Das Ingolstädter Kammerorchester

 

wurde im Jahr 1964 von einigen musikbegeisterten Amateurmusikern gegründet. Am 21. März 1964 fand auch das erste Konzert des Orchesters statt, damals noch im Kolpingsaal unter dem Dirigenten Wilhelm Dinges. Unter seiner Leitung musizierte das Orchester von 1964 bis 1974, dann löste ihn Klaus Sporer ab, der dem Orchester bis 1977 vorstand. Zehn Jahre lang, von 1977 bis 1987, dirigierte Konrad Casper die Musiker. Von 1987 bis Ende 2014, leitete Stephan Reil, ein Musiklehrer aus Eichstätt, das Orchester. Seit März 2015 steht eine Frau dem Orchester vor, Kathrin Kiehn Schiele, eine gebürtige Köschingerin. Sie hat in München Schulmusik studiert und unterrichtet an einem Ingolstädter Gymnasium. Schon im Studium hat sie sich vertieft mit Chor- und Orchesterdirigat beschäftigt.

Das Orchester besteht derzeit aus etwa 35 - 40 Streichern, die je nach Bedarf von Bläsern und Perkussionisten unterstützt werden. Im Schnitt finden pro Jahr zwei Konzerte statt, auf die sich die Musiker in einmal pro Woche stattfindenden Proben vorbereiten. Häufig werden namhafte Solisten aus der Region für die Konzerte verpflichtet, wie z. B. der Pianist Hugo Seebach, die Geigerin Veronika Eberle oder die Sopranistin Margit Buchberger, um nur einige zu nennen. Das Orchester bemüht sich um Jugendförderung und heißt Schüler und Studenten als Mitspieler willkommen.

 

Italienfahrt im Mai 2016

im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Carrara

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Orchesterfahrt des Ingolstädter Kammerorchesters stand das Konzert am 20. Mai 2016 in der Chiesa della Sacra Famiglia in Marina di Carrara. Zusammen mit dem dortigen Kirchenchor Corale "Laeti Cantores" wurde das "Ave verum" von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt, ein emotionaler Höhepunkt sowohl für die italienischen und deutschen Musiker als auch für das begeisterte Publikum.

In seiner herzlichen Begrüßungsrede erinnerte der Chorvorstand Mirko Felici an ein gemeinsames Konzert 1988, bei dem damals Frau Maria Corsini den Chor leitete, die auch an diesem Konzertabend anwesend war.
Unter der Leitung der Dirigentin Frau Kathrin Schiele-Kiehn erklang eingangs die Chaconne in g-moll von Henry Purcell. Danach zeigten vier Solisten aus dem Kammerorchester ihr Können in Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen in d-moll. Anne Bertelt und Franziska Woltz meisterten die spieltechnischen Ansprüche im ersten Satz. Besonders bewegend gelang Susanne Schiele und dem Konzertmeister Andreas Wittmann der langsame Satz, ein Tanzsatz im Siciliano-Rhythmus.
Auf dem Programm standen außerdem das Divertimento Nr. 3 von Wolfgang Amadeus Mozart, der Walzer op. 54 von Antonin Dvořák, eine schwedische Volksmelodie für Streichorchester op. 27 von Johan Svendsen und die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók. Das Intermezzo von Pietro Mascagni und die bekannten Stücke "Palladio" von Karl Jenkins und "Plink, plank" von Leroy Anderson bildeten den Abschluss eines gelungenen Konzertes, das das italienische Publikum mit minutenlangem Beifall und Standing-Ovations würdigte.
Für die 28 Orchestermitglieder gab es in dieser Woche neben intensiver Probenarbeit ein interessantes Besuchsprogramm, das nach Pisa, Florenz und zu einem weiteren Weltkulturerbe der UNESCO, der Cinque Terre, führte. Ein eindrucksvolles Erlebnis hinterließ der Besuch der Puccini-Villa in Torre del Lago. Die Enkelin des berühmten italienischen Komponisten Giacomo Puccini, Frau Simonetta Puccini, begrüßte einige Orchestermitglieder persönlich und erzählte aus dem Leben ihres Großvaters, der auch kurz in Ingolstadt weilte.
Das Organisationsteam des Ingolstädter Kammerorchesters dankt der Unterstützung von Frau Anoma Pössl, die sich um die guten Kontakte zwischen Ingolstadt und Carrara verdient gemacht hat.
Gabriele Kleemann, Ingolstädter Kammerorchester

 

Chiesa della Sacra Famiglia, Marina di Carrara, Mai 2016

 

Konzert des Ingolstädter Kammerorchesters

in der Partnerstadt Carrara im Mai 2013

 

Ein Konzert im Dom San Andrea zu Carrara war der Höhepunkt der diesjährigen Orchesterfahrt des Ingolstädter Kammerorchesters. In ihrer Begrüßungsrede betonte Frau Giovanna Bernadini vom Kulturamt der Stadt Carrara die enge Verbundenheit zwischen den beiden Partnerstädten Ingolstadt und Carrara. "Es freut uns besonders, dass zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft nun auch noch ein klassisches Konzert stattfindet", bedankte sich Bernardini bei den Mitgliedern des Ingolstädter Kammerorchesters und ihrem Dirigenten Stephan Reil vor den zahlreichen italienischen Besuchern im Dom zu Carrara.

 

Auf dem Programm standen die Rinaldo-Suite von Georg F. Händel, ein Adagio von Leoš Janáček, das Intermezzo von Pietro Mascagni und ein Adagio von Gustav Mahler. Herausragend waren die drei Solisten des Abends. Die Sopranistin Frau Elfriede Schwegler sang die Mozartarien Panis vivus und Laudate dominum. Ein weiterer Solist war der Oboist Christoph Semmlinger mit dem Oboenkonzert von Domenico Cimarosa . Der erst 15-jährige Daniel Breidert spielte das Fagott-Konzert von Friedrich Fasch. Das begeisterte italienische Publikum würdigte das rundum gelungene Konzert mit Standing- Ovations.

 

Rund 25 Orchestermitglieder und ihre Begleiter unternahmen eine Woche in Carrara und Umgebung ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm mit Abstechern nach Lucca und Cinque Terre. Das Organisationsteam des Ingolstädter Kammerorchesters wurde von Frau Anoma Pössl unterstützt, die sich seit Jahren um die guten Kontakte zwischen Ingolstadt und Carrara verdient gemacht hat.